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Umstieg von LITTERA zu Koha – Teil 1

Seit ca. einem Jahr setzen wir an unserer Schule vermehrt auf Open Source Software (ich hatte hier und hier dazu berichtet). Ein großer Vorteil dieser Entscheidung ist die gewonnene Freiheit und Anpassungsfähigkeit. Manche würden das vielleicht auch als Nachteil sehen 🙂 Als Schule hat man bestimmte Anforderungen und Gegebenheiten und so kommt es bei der Auswahl einer Software nicht nur auf die „Features“ an, sondern v.a. auch, wie gut man diese Software konfigurieren, anpassen und in die vorhandene Infrastruktur einbinden kann. Da sehe ich bei Open Source Software einen riesen Vorteil gegenüber kommerzieller Software.

Koha ist so ein Beispiel. Vor einem Jahr haben wir eine neue Software für unsere Lehrmittelbibliothek gesucht. Unsere damalige Lösung (Littera LM) war veraltet und lief nicht sehr zuverlässig. Jedes Jahr gab es bei der Schulbuchausgabe und -rückgabe Probleme, sodass Bücher nicht mehr eindeutig zugeordnet werden konnten usw. Von Koha hatte ich schon mal gehört und wusste, dass auch andere Schulen in der großen weiten Welt diese Lösung verwendeten. Eine neue VM mit Koha war schnell eingerichtet – nicht zuletzt dank des sehr ausführlichen Handbuchs (inkl. Checklist)! Neben dem Einrichten von Koha mussten wir uns v.a. auch mit Marc21 auseinandersetzten – dem bibliografischem Framework, welches Koha standardmäßig verwendet. Marc21 ist ein sehr komplexes Format, was am Anfang nicht gerade übersichtlich erscheint. Man kann sehr viele Details darin abbilden – leider, so erscheint es mir, ist dies aber auf verschiedenen Wegen möglich 🙂 Ich habe einiges gelernt über Marc21, aber bin längst kein Experte darin. Für unsere Schulbücher brauchten wir zum Glück nur die wesentlichsten Daten, welche auch gut abgebildet werden konnten. Unsere damalige Bibliothekarin erarbeitete noch eine Systematik und entsprechende Schlagwörter.

Dann konnte es auch schon mit der Katalogisierung der einzelnen Schulbücher und Lehrmaterialien losgehen. Über die Sommerferien wurden alle Schulbücher neu aufgenommen, mit Barcodes versehen und für die Schulbuchausgabe vorbereitet. Die Schulbuchausgabe nach den Ferien lief erfreulicherweise ohne große Probleme und (fast) zum ersten Mal war klar, wem welches Buch ausgeliehen wurde 🙂

Ein großer Vorteil von Koha gegenüber von LITTERA ist, dass es webbasiert ist und somit von jedem Rechner im Netzwerk aus bedient werden kann. Das hat uns die Arbeit und Einrichtung sehr erleichtert.

Nach einem Jahr mit Koha sind wir sehr zufrieden und auch die Schulbuchrückgabe lief ohne Probleme ab. Koha ist insgesamt sehr mächtig und kann viel viel mehr, als man für eine kleine Lehrmittelbibliothek braucht. Es dauert etwas bis man sich in Koha und v.a. Marc21 eingearbeitet hat, aber das Handbuch ist da eine große Hilfe. Die Möglichkeiten der Konfiguration sind sehr vielfältig und man kann eigentlich alles an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Nach der erfolgreichen Schulbuchrückgabe haben wir uns kurz zusammengesetzt und überlegt, ob wir nicht auch unsere eigentliche Schulbibliothek auf Koha umstellen sollten. Der Aufwand für so eine Umstellung ist natürlich um einiges größer, da eine Schulbibliothek ganz andere Anforderungen hat, als eine Lehrmittelbibliothek. Wir wollten auch den Bestand nicht neu etikettieren müssen, sondern – falls möglich – die vorhandene Struktur und Barcodes übernehmen können. Dazu kommen dann noch Ausleihkonditionen, Mahngebühren, E-Mail-Benachrichtigungen, Antolin-Integration usw. In den letzten zwei Wochen habe ich mich mal an dieses Projekt gewagt. Davon möchte ich euch bald in einem weiteren Artikel berichten.

PS: Wer nutzt noch Koha in seiner Bibliothek?